Weniger planen, schneller umsetzen, früher am Markt.

„Das Leben besteht hauptsächlich darin, dass man mit dem Unvorhergesehenen fertig werden muss.“ 

John Steinbeck, US-amerikanischer Autor

Dieser schöne und ach so wahre Satz stammt von John Steinbeck, einer der meistgelesenen US-Autoren des 20.Jahrhunderts.

Und natürlich ist das im Geschäftsleben genauso. Nichts ist in Stein gemeißelt, alles ist im Fluß und kann sich ständig verändern.  Damit meine ich Kundenwünsche, Angebote der Konkurrenz, technische Möglichkeiten, gesetzliche Vorschriften, gesellschaftlicher Rahmen und und und….

Jetzt, mit Corona…keine Sorge, ich erwähne das nur das eine Mal😉 …merken wir diese Wucht der Veränderung ganz besonders stark. Da war und ist sie aber schon immer und wird sie vermutlich auch immer sein. In unserer schnelllebigen Zeit sogar noch viel mehr als vor 100 Jahren.


Und mit diesem Background sollst Du jetzt Deine Projekte planen, oje. Dann plan ich lieber gar nicht und mach einfach, denkt sich vielleicht so mancher. Kann man machen, ist aber sicher nicht die beste Lösung, besonders wenn mehr als eine Person an dem Thema arbeitet.

Was also tun, wenn die gute alte mittel- bis langfristige Planung, die ja scheinbar besonders uns Deutschen beinahe heilig ist😉 ,  für ein Projekt nicht mehr funktioniert, weil wir keine Zeit mehr mit der Art Planung verschwenden wollen, die wir später eh wieder über den Haufen werfen (müssen)?

Es gibt eine gute Lösung, die Du bei den agilen Werkzeugen und Methoden findest. Die bekannteste und am häufigsten eingesetzte Methode heißt Scrum (84% der agil arbeitenden Unternehmen nutzen laut der Studie „Status Quo (Scaled) Agile 2019/20“ Scrum. Befragt wurden über 600 Unternehmen aus 20 Ländern).
Und noch eine interessante Erkenntnis findet man dort: Der mit Abstand am häufigsten genannte Grund auf die Frage, warum man agile Methoden eingeführt hat, war „Optimierung der Produkteinführungszeit“ mit 56%.

Derzeit ist agile Produktentwicklung eher ein Thema in Konzernen, wo sich ganze Abteilungen mit der agilen Transformation des Unternehmens beschäftigen. Dabei stehen wir kleinen bis mittleren Unternehmen doch  vor genau den gleichen Herausforderungen, unsere Produktideen trotz aller Änderungen im gesamten Umfeld möglichst schnell umzusetzen und unsere Produkte ständig dem Markt anzupassen. Gerade für kleinere Unternehmen ist die Einführung einer neuen Methode sogar viel einfacher und schneller möglich. Es gibt keine eingefahrenen Prozesse, Hierarchiestufen etc..

Wir können uns einfach trauen, was Neues auszuprobieren.


Ich finde, wir sollten weniger Zeit mit Planung und Vorbereitung vertun und lieber möglichst schnell mit unseren Projekten in die Umsetzung gehen. 


Das hat mehrere Vorteile:

1. Die Motivation ist am Anfang naturgemäß am größten. Je länger darüber geredet wird, desto mehr “zerredet” man auch eine gute Idee. 

2. Ich merke schneller, ob die Idee und/oder Umsetzung so funktioniert oder ob ich umsteuern oder gar abbrechen muss. Fail fast ist die Devise. 

3. Ich verschwende weniger Zeit, da die Langfrist-Pläne in aller Regel eh wieder überarbeitet oder ganz über den Haufen geschmissen werden müssen. Deshalb lieber nur den bzw. die nächsten kleinen Schritte planen. 


Wie geht das nun konkret?

Natürlich kann man nicht in einem einzigen Blog-Artikel alle Details, die für ein Scrum-Projekt wichtig sind, erklären. Ich will aber versuchen, Dir einen ganz allgemeinen Überblick zu geben, damit Du Dir ungefähr vorstellen kannst, was Scrum ist und was es für Dein Unternehmen bedeuten kann.
Dabei stelle ich das klassische Modell des Projektmanagements, meist „Wasserfall„, der agilen Scrum Methode gegenüber. Um den Unterschied besser aufzuzeigen, ist das eher eine schwarz-weiß-Sicht, natürlich gibt es auf beiden Seiten Feinheiten und auch Mischformen, die sogenannten „Hybrid“ Modelle.


Vergleich klassisch, Wasserfall agil, Scrum
Planung Man plant alles sehr detailliert am Projektanfang, typisch sind Pflichten- und Lastenhefte. Man plant  Schritt für Schritt (kurze 1-4 Wochen Zyklen, genannt „Sprints“). Am Anfang sehr grobe Planung, je näher die Umsetzung, desto detaillierter die Planung. Typisch ist das Product-Backlog zur Sammlung aller Anforderungen.
Methodik Ausgangssituation wird analysiert, dann das Ziel festgelegt. Genaue Planung des Wegs (Meilensteine, Phasenplanung). Ständige Überprüfung des Plans. Ausgangssituation wird analysiert, dann eher grobes Ziel (Vision) festgelegt. Details werden kurzfristig pro Sprint geplant. Ergebnisse werden regelmäßig mit Erwartungen abgeglichen und fließen in weitere Planung ein. Ständiger Lern- und Verbesserungsprozess.
Umsetzung Das Projekt ist in feste Phasen unterteilt, die nach und nach durchlaufen werden (Wasserfall). Typisch sind 5 Phasen Analyse, Design, Implementierung, Test und Betrieb . Das Projekt durchläuft alle Phasen immer wieder in festen Zyklen. Am Ende jeder Phase gibt es eine neue Produktversion.

Verantwortung Verantwortung liegt im Wesentlichen bei Projektleiter und Management (das magische Dreieck: Zeit, Qualität, Kosten) Der Product Owner ist für die Produkteigenschaften verantwortlich, der Scrum Master unterstützt den Ablauf, das gesamte Team verantwortet das Projekt gemeinsam.
Team Projektmanager ist fachlicher Leiter. Team arbeitet i.d.R. auf Weisung, kann aber auch selbstorganisiert sein. Team organisiert sich selbst, gemeinsame Verantwortung.
Time to Market lang, am Ende des Projekts kurz, nach x Sprints, wenn MVP (Minimal Viable Product) erreicht ist, danach kontinuierliche Auslieferung der neuen, verbesserten Produktversion
Kundenorientierung Kunde ist bei Anforderungsanalyse und Planung involviert. Das kann mehr oder weniger stark ausgeprägt sein, z.B. wird bei einem typischen Consumer Produkt teilweise der Kunde gar nicht einbezogen. Kunde ist ständig einbezogen. Kunde bekommt frühzeitig ein Produkt, was er nutzen und testen kann und wofür er (je nach Stadium) Geld zahlt. Kundenfeedback wird in jeder Phase aktiv eingeholt und fließt in nächste Sprints ein.

Ich persönlich bin ein großer Fan von agilen Methoden, weil man damit viel schneller und effektiver sein Ziel erreicht und weil es obendrein auch viel mehr Spaß macht.

Vielleicht konnte ich Dich auch zumindest ein bisschen neugierig auf agile Methoden machen. Dann habe ich für den Start noch ein tolles Geschenk für Dich, mein eBook „Erfolgreich Dein erstes Scrum-Projekt starten“ mit den 7 größten Stolpersteinen und wie Du diese geschickt umgehst oder aus dem Weg räumst.

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Zu guter Letzt noch ein absolut geniales Argument aus der Studie, aus der ich schon zu Beginn zitiert habe, warum es sich wirklich lohnt Scrum auszuprobieren:

89% der Befragten gaben an, dass die Verbesserungen, die sie mit der Einführung agiler Methoden erreicht haben, höher sind als der Aufwand der Einführung.



Wenn das nicht überzeugt, dann weiß ich auch nicht!🙂
Ich freue mich über Deine Kommentare unter dem Blog, über das Teilen des Artikels und natürlich, wenn Du Dir das eBook herunterlädst.

Alles Gute und viel Erfolg

Silvia Scharbert

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